Sicher bewerben: Wie Jobbörsen Betrüger aussortieren

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Google Zentrale Silicon Valley
(c) gettyimages / JHVEPhoto

Das Malware-Problem bei Google for Jobs zeigte mögliche Gefahren für Bewerber auf. Wie schützen sich Jobbörsen vor Betrügern? Eine Umfrage des HRM.

Am 17. Mai hatte der HRM über ein Pornoseiten- und Spam-Problem bei Google for Jobs berichtet. Drei Tage später hatte Google reagiert: Die Links zu den Porno- und Datingseiten sind gelöscht. Und es gibt eine offizielle Stellungnahme. Das Malware-Problem von Google haben wir zum Anlass genommen, Jobbörsen und soziale Netzwerke zu fragen, wie sie es denn mit der Sicherheit halten – pünktlich zum offiziellen Start von Google for Jobs in Deutschland.

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Zweifelhafte Inhalte werden von Bewerbern gemeldet

Hier kommt zunächst die Stellungnahme von Google:

„Stellenausschreibungen, die in unserer Jobsuche-Funktion in der Google-Suche erscheinen, müssen unsere Inhaltsrichtlinien erfüllen – das gilt weltweit und damit auch für Deutschland, sobald die Funktion hier starten wird. Tun sie das nicht, werden sie entfernt. Nutzer, die unangemessene, betrügerische oder Spam-Stellenanzeigen entdecken, können über den Button „Feedback senden“ oben rechts auf dem Desktop oder unten rechts auf dem Handy Beiträge markieren. Diese werden anschließend überprüft.“
Ein Google-Sprecher auf die Anfrage des HRM

Die Nutzer übernehmen also die Kontrolle der Inhalte, zumindest zu einem wesentlichen Teil. Damit ähnelt das Modell dem von Facebook und Twitter. Ob Google mit seiner Vorgehensweise allerdings erfolgreich sein wird, bleibt fraglich.

Doppelte Kontrolle: Automatisiert und durch Prüf-Teams unseriöse Anzeigen erkennen

Der HRM hat bei anderen Jobportalen nachgefragt, wie es um die Sicherheitslage bestellt ist: „Wie stellen Sie sicher, dass in den bei Ihnen geschalteten Stellenanzeigen keine strafbaren, sittenwidrigen oder schädlichen Inhalte enthalten sind?“

„Wir legen großen Wert auf korrekte Inhalte. Daher arbeiten wir mit einem dezidierten Team, um nicht adäquate Anzeigen zu finden, zu löschen und gegebenenfalls weitere Schritte einzuleiten.“
Linkedin DACH

„Bei meinestadt.de haben wir einen mehrstufigen Prozess etabliert, der die Einhaltung unserer Aufnahmerichtlinien überprüft. Zum einen setzen wir auf Automatisierungen, um unseriöse Stellenanzeigen beispielsweise anhand von bestimmten Stichworten zu erkennen. Zum anderen führen speziell geschulte Mitarbeiter eine manuelle Sichtung der bei uns geschalteten Stellenanzeigen durch.“
Meinestadt.de

„Das Thema ist für uns von hoher Priorität und wir haben in den letzten 14 Jahren ein vielschichtiges System entwickelt, um Betrug zu verhindern. Kern ist unser globales Fraud-Prevention-Team, das rund um die Uhr Stellenanzeigen prüft. Unser Ziel ist es dabei nicht nur, die Jobsuchenden zu schützen, sondern auch die Unternehmen, denn häufig geben sich die Betrüger als renommierte Unternehmen aus. Wir informieren beide Zielgruppen regelmäßig, warnen vor betrügerischen Aktivitäten und geben Tipps, wie sie sich schützen können. Erkennen wir, dass Betrüger sich als ein Unternehmen ausgeben, versuchen wir in allen Fällen, das Unternehmen, dessen Identität kopiert wird, zu informieren, damit dieses umgehend rechtliche Schritte einleiten kann. Wir haben darüber hinaus auch ein Sicherheits-Center, das jederzeit über unsere Webseite erreichbar ist:  Grundsätzlich prüfen wir die Art der Anzeige und behalten uns vor, diese abzulehnen.“
Monster Worldwide Deutschland

„stellenanzeigen.de verwendet in der Qualitätssicherung einen Mix aus automatisierter und manueller Kontrolle. Bei den von uns und unseren Partnern erstellten Anzeigen kann Missbrauch somit weitgehend ausgeschlossen werden. Naturgemäß etwas komplexer gestaltet sich die Angelegenheit bei Anzeigen, die physisch auf Systemen Dritter gehostet werden. Diese entziehen sich naturgemäß unserem direkten Zugriff. Im Sinne unseres hohen Qualitätsanspruches werden daher auch diese Anzeigen regelmäßigen Stichproben unterzogen.“
Stellenanzeigen.de

„Stellenanzeigen sind der erste und wichtigste Kontaktpunkt zwischen Kandidaten und Arbeitgebern. Potenzielle Bewerber verschaffen sich anhand der Stellenanzeige ein Bild von Job und Unternehmen. StepStone unterzieht Stellenanzeigen grundsätzlich einer detaillierten Prüfung, bevor sie veröffentlicht werden. Dafür setzen wir zum einen clevere Technologien ein, zum anderen beschäftigen wir allein in Deutschland ein Team von mehr als 60 speziell geschulten StepStone Mitarbeitern, die sich ausschließlich um die Sicherheits- und Qualitätsprüfung unserer Stellenanzeigen kümmern. Unsere Mitarbeiter prüfen systematisch, ob eine Stellenanzeige verdächtige Inhalte aufweist. Dabei testen sie zum Beispiel auch jeden einzelnen Link. Sollten uns dabei unpassende oder ungewöhnliche Inhalte auffallen, klären wir offene Fragen im persönlichen Kontakt direkt mit unseren Kunden.“
Stepstone Deutschland

Jobbörsen und soziale Netzwerke setzen also auf zweigleisige Verfahren, um betrügerische Stellenanzeigen zu erkennen. Solche Sicherheitsvorkehrungen sind in den Google for Jobs-Inhaltsrichtlinien bislang nicht zu finden. Bei Google spielen vielmehr die Nutzer der Seite eine aktive Rolle – das spart Kosten. Aber reicht es auch aus, um Betrugsfällen vorzubeugen?