Faktencheck: Diese HR-Trends haben sich 2018 durchgesetzt

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(c) gettyimages/oatawa
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Flexibles Arbeiten, People Analytics und neue Wege beim Recruiting – welcher HR-Trend hat sich 2018 wirklich durchgesetzt? Und was kommt eigentlich 2019? Wir machen den Faktencheck.

People Analytics ist gekommen, um zu bleiben

Die Menge an Mitarbeiterdaten, die Unternehmen sammeln können, wächst von Minute zu Minute. Dabei ist eine große Herausforderung, die Daten richtig auszuwerten. Das ist aber nicht alles: Nur wenn Unternehmen frühzeitig mit den Daten verantwortungsvoll umgehen und das Vertrauen ihrer Mitarbeiter nicht missbrauchen, kann People Analytics erfolgreich genutzt werden. Deshalb müssen Unternehmen Regeln aufstellen und einhalten, die die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen berücksichtigen.

Personalmanager brauchen also künftig Mut, andere Möglichkeiten auszuloten. Dafür können auch Kooperationen mit Startups gewagt werden, die auf diesem Gebiet neue digitale Tools anbieten. Bislang wird das Potential in vielen deutschen Unternehmen noch nicht voll ausgeschöpft. Dabei ist Mitarbeiterbindung – vor allem aus wirtschaftlicher Sicht – der wohl wichtigste Bereich.

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Mehr selbstbestimmtes Arbeiten

Dass die Digitalisierung viele Prozesse vereinfacht, ist unbestreitbar. Doch Mitarbeiter fühlen sich dadurch nicht entlastet. Eine aktuelle Trendstudie von Xing ergab, dass für 83 Prozent der Befragten die Arbeitsbelastung eher zugenommen hat. Die Folge: Es werden mehr Pausen nötig. Mehr als ein Drittel der Xing-Mitglieder erwarten, dass sich in 15 Jahren die Vier-Tage-Woche durchgesetzt hat.

Deshalb wird eine angemessene Work-Life-Balance mit einer klaren Trennung von Arbeits- und Freizeit immer wichtiger. Homeoffice, Jobsharing und Sabbaticals – heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, seine Arbeitszeit flexibel zu organisieren. Personaler stehen vor der Herausforderung, kürzere Arbeitszeiten sinnvoll im Unternehmen anzubieten, um den Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter gerecht werden zu können.

Jeder Mitarbeiter ist ein Kunde

Heutzutage herrscht ein Kandidatenmarkt. Unternehmen buhlen um die besten Köpfe und haben es schwer, gute Mitarbeiter zu halten. Deshalb wird Mitarbeiterbindung und Recruitainment immer wichtiger – online und offline. Dafür müssen Chefs verstehen, was Arbeitnehmer denken oder warum manche das Unternehmen verlassen. So wird jeder Mitarbeiter zum Kunden. Um bestmöglich auf die Kunden eingehen zu können, braucht es ihr Feedback. Zwar gibt es in vielen Unternehmen bereits kostenloses Obst, Rabatte im Fitnessstudio und Sommerfeste. Doch was von alledem bringt wirklich etwas? Die einzig sichere Methode, um das herauszufinden, sind regelmäßige Mitarbeiterbefragungen.

Daneben werden sich Video-Bewerbungen ohne CV oder Mobile-Only-Bewerbungen durchsetzen, weil diese Methoden nicht so sehr auf Lebenslaufdaten schauen. Über teure Employer-Branding-Kampagnen hinaus geht es darum, eine langfristige Beziehung zu guten Talenten aufzubauen. Mitarbeiter wollen heute nicht mehr nur auf eine Stelle passen, sondern sich mit ihrem Unternehmen, Team und Aufgaben identifizieren.

Cultural Fit wird stärker geprüft, gleichzeitig wird Diversity & Inclusion wichtiger

Der Cultural Fit, also dass es zwischen Unternehmen und Mitarbeitern funkt, wird immer wichtiger. Dabei geht es nicht um Gleichmacherei, sondern um geteilte Werte. Wenn Kandidat und Unternehmen hier auf der gleichen Wellenlänge sind, ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Beziehung größer. Obwohl sich ein Bewerber fachlich eignet, aber nicht ins Team passt, wird es schwierig.

Entscheidend ist, dass Unternehmen keine oberflächlichen Werte definieren nach dem Motto “Wir verändern etwas mit unserer Arbeit”. Das wird schnell scheitern, wenn sich im Arbeitsalltag die ersten Diskrepanzen zeigen. Zum Beispiel, weil die Werte nicht gelebt werden, sondern nur von einem Berater für die Firmenwebseite “erfunden wurden”.

Daneben sind Diversity & Inclusion aus vielen Konferenzprogrammen mittlerweile nicht mehr wegzudenken – zu Recht. Die Vorteile diverser Teams sind schon längst wissenschaftlich belegt. Diversity & Inclusion wird künftig also noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Initiativen wie Panda, Female Future Force oder Pride Breakfast Club bieten Aufklärung und Plattformen zum Austausch.

Neugierde als Soft Skill dieses Jahrhunderts

Den klassischen Karriereweg wird es künftig nicht mehr geben. Schon heutzutage arbeiten die meisten nicht mehr in Berufen, die sie einst gelernt haben. Viele haben mit 30 schon häufiger umgesattelt als ihre Großeltern in ihrer gesamten Karriere. Lebenslanges Lernen ist wird zur Notwendigkeit, um sich in der schnelllebigen Arbeitswelt zu behaupten. Was es dafür braucht, ist Neugierde – und bessere Werkzeuge, damit sich Mitarbeiter kontinuierlich weiterbilden können.

Deshalb wird Neugierde zum Soft Skills dieses Jahrhunderts werden. Nur wer aufmerksam und wissbegierig bleibt, wird mit der sich stetig wandelnden Berufswelt mithalten können – das gilt für Arbeitnehmer und Unternehmen gleichermaßen. Nur mit Neugierde können Talente in der Lage sein, Entscheidungen für ihre Karriere zu treffen. Und Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter dabei unterstützen, neue Fähigkeiten zu erlernen. Das sollte für Personalabteilungen höchste Priorität haben. Hier könnte Microlearning ein Ansatz sein, also kurze Lerneinheiten statt zeitaufwändige Kurse. Diese Methode ist im E-Learning bereits beliebt.

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