Sieben Gedanken zum Fünf-Stunden-Tag

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Hängematte zwischen Bäumen; mehr Freizeit dank verminderter Arbeitszeit
(c) gettyimages / Björn Forenius

Wie wirkt es sich auf die Produktivität aus, wenn man die tägliche Arbeitszeit verkürzt? Und kann das zu mehr Chancengleichheit beitragen?

+++ Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Magazin Human Resources Manager. Eine Übersicht der Ausgaben erhalten Sie hier. +++ 

1. Mut zu Neuem

Unternehmen müssen sich den Herausforderungen des digitalen und kulturellen Wandels stellen. Dabei verlangt die Arbeitswelt 4.0 ein Umdenken. Neue Formen von Arbeit, neue Arbeitszeiten und eine andere Kultur des Miteinanders im Büro und auch außerhalb müssen her. Ganz nach der Vision, für Menschen ein besseres Leben und ein besseres Arbeiten zu ermöglichen.

2. Mitarbeiter schätzen

Kein Unternehmen ist ohne seine Mitarbeiter erfolgreich. Mit dem Wandel kam auch eine neue Generation mit neuen Anforderungen in die Arbeitswelt. Diesen müssen sich Unternehmen stellen, um in Zeiten des Fachkräftemangels mithalten zu können. Die Mitarbeiter von heute wollen wertgeschätzt werden und selbstbestimmt gute Arbeit liefern. Dabei ist ihnen die individuelle berufliche Entfaltung und eine ausgewogene Work-Life-Balance wichtig.

3. Herausforderungen stellen

Der Fünf-Stunden-Arbeitstag bei gleichem Gehalt und Urlaubsanspruch ist eine von vielen möglichen Interpretationen, Arbeit neu zu gestalten. Dafür muss der Fokus auf die Mitarbeiter gesetzt und ein Umfeld geschaffen werden, in dem sie die beste Leistung erbringen können. Unter anderem müssen Prozesse optimiert, Störfaktoren wie private Smartphone-Benachrichtigungen oder eine hohe Lautstärke im Büroraum eliminiert und Meetings zielgerichtet geführt werden. Mitarbeiter müssen selbstorganisiert arbeiten können – und Führungskräfte ihren Kollegen dieses Vertrauen entgegenbringen.

4. Produktivitätssteigerung

Wer in fünf Stunden die gleiche Arbeit wie in acht Stunden schaffen will, muss eine Produktivitätssteigerung von fast 40 Prozent erreichen. Dadurch lastet ein hoher Druck auf jedem einzelnen Mitarbeiter. Um den Umgang damit zu erleichtern, ist es wichtig, die täglichen Erfahrungen und Lernprozesse festzuhalten und auszuwerten. Das hat dazu geführt, dass die meisten der Mitarbeiter gelernt haben, mit dieser Produktivitätssteigerung umzugehen und ihr Arbeitspensum in fünf Stunden zu bewältigen.

5. Work-Life-Balance

„Leben, um zu arbeiten“ hat sich langsam zu „Arbeiten, um zu leben“ geändert. Vormittags 100 Prozent im Job, nachmittags Zeit für Hobbys, die Familie und persönliche Interessen. Durch die tägliche Erholung können sich die Mitarbeiter ihrer persönlichen Entfaltung widmen und sind gleichzeitig ausgeruhter und motivierter, um hochkonzentriert und effektiv arbeiten zu können.

6. Gesundheit

Die Zahlen über psychische Erkrankungen wie Burnout und Depressionen werden immer alarmierender. Der Fünf-Stunden-Arbeitstag wirkt dem entgegen und sorgt dafür, dass Menschen gesund bleiben und länger in ihrem Job arbeiten können.

7. Chancengleichheit

Kurze Arbeitstage als Teilzeitfalle? Der Fünf-Stunden-Arbeitstag fördert die Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern. Frauen, die aus privaten Gründen in Teilzeit arbeiten, werden so zu einem gleichgestellten Teammitglied. Die klassische Rollenverteilung wird aufgebrochen, und auch Männer haben am Nachmittag Zeit für die Familie – ohne auf Geld verzichten zu müssen.