Arbeitsagentur: Nun geht auch Peter Clever

|
Nach der Abberufung der Vorständin Valerie Holsboer verlässt nun auch Peter Clever die Bundeagentur für Arbeit
(c) Bundesagentur für Arbeit 2019

Nach der Abberufung der Vorständin Valerie Holsboer am letzten Freitag wird nun auch Peter Clever seinen Posten bei der Bundesagentur für Arbeit räumen.

Peter Clever, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates der Bundesagentur für Arbeit, hat gestern überraschend seinen Rücktritt erklärt. Er wolle den Weg frei machen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in den Gremien, so die offizielle Version.

+++Sie bekommen von HR nicht genug? (heart) Dann melden Sie sich jetzt für unsere Newsletter an. Hier geht es zur Anmeldung!+++

Erst letzten Freitag hatte der Verwaltungsrat einstimmig die Vorständin Valerie Holsboer abberufen, die seit zwei Jahren für die Bereiche Personal und Finanzen verantwortlich zeichnete. Die Entscheidung über die Personalie wurde massiv kritisiert. Unterstützer der Vorständin sehen in Holsboer eine innovative und verhandlungsstarke Managerin. Erst vor Kurzem hatte das Personalmagazin Haufe sie zu einer der 17 Top HR-Managerinnen Deutschlands gekürt. Grund für die vorzeitige Abberufung Holsboers ist der offiziellen Verlautbarung zufolge ein zerrüttetes Vertrauensverhältnis zu den Gremien. Der Verwaltungsrat hatte sich zudem enttäuscht über die Arbeit Holsboers gezeigt.

Clever als Strippenzieher

Als Hauptverantwortlicher für die Abberufung Holsboers gilt Peter Clever, der dem Verwaltungsrat seit 15 Jahren angehört und seit Anfang Juni stellvertretender Vorsitzender ist. Ihm wird vorgeworfen, sich lediglich aus persönlichen Gründen für die Absetzung Holsboers stark gemacht zu haben. Einstmals von ihm eingesetzt, hatte Holsboer nämlich nicht, wie von Clever erwartet, ein Gegengewicht zum SPD- und Vorstandsmitglied Detlef Scheele gebildet.

Das Machtgerangel in der Bundesagentur ist nun offenbar auch Clever selbst zum Verhängnis geworden. Wohl nicht ganz zufällig waren vor Kurzem Unstimmigkeiten in den Reisekostenabrechnungen des 21-köpfigen Verwaltungsrats bekannt geworden. Dem Rücktritt Clevers war ein Prüfbericht des Bundesrechnungshofs vorausgegangen.